Category Archives: Tagebuch

Von Schüttlern und Schmeißern

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Es ist schon witzig, wie unterschiedlich Zwillinge doch manchmal sein können.
Luke und Lily ähneln sich in so vielen Dingen, Verhaltensweisen und Momenten wie ein Ei dem anderen: Wenn der eine Blödsinn macht, macht der andere allerspätestens eine halbe Millisekunde später genau denselben Blödsinn. Meistens sogar komplett zeitgleich.
Dann gibt’s aber Situationen und Anlässe, in denen die beiden gänzlich verschieden reagieren. Das Spiel- und Jagdverhalten ist so eine spezielle Situation:
Luke ist ganz klar der Schüttler, während Lily die Schmeißerin ist.

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Egal, was für ein Spielzeug der Kleine gerade im Maul hat – früher oder später wird es geschüttelt. Und zwar nicht nur sachte hin- und herbewegt, sondern im regelrechten Highspeedstreßtestmodus. Der Grund des Schüttelns ist dann aber nochmal zu unterscheiden: Entweder er macht das aufgrund von maximaler Freude und als Ausdruck bester Laune, oder aber er weiß nicht wohin mit seiner Kraft und seiner Energie. Das haben wir regelmäßig: Ich raufe mit ihm – gerne mal SEHR ruppig und ohne falsche Zurückhaltung – und irgendwann fangen seine Augen an zu leuchten, aus seinen Ohren und Nasenlöchern kommen kleine weiße Rauchwölkchen und er schaut wirr um sich. Dann weiß ich, daß er kurz vorm Überkochen ist und Schlimmeres verhindern will – sprich, er möchte Herrchen nicht komplett auseinandernehmen – und sucht sich eines seiner Spielzeuge (meistens Gonzo, das Schaf), um es mit aller überschüssigen Energie durch die Gegend zu schütteln.
In einer der Cesar-Millan-Hundeflüsterer-Folgen im Fernsehen habe ich schon mal so einen Fall gesehen: Da hat der Hund auch sein Spielzeug durch die Gegend geschmissen und ist völlig ausgeflippt, um nur ja nicht Herrchen oder Frauchen ZU DOLL ranzunehmen. So gesehen ist das ja fast schon eine Art Überdruckventil – also alles gut 🙂 ! Er ist also der Schüttler.

Lily ist dafür die Schmeißerin. Sie hat sehr schnell herausgefunden – schlaues Labimädchen eben – daß sie bei einem mit Guttis gefüllten Spielzeug oder Kong am schnellsten ans Ziel bzw. ans Leckerli kommt, wenn sie das Teil mit voller Wucht auf den Boden pfeffert. Sie nimmt z.B. den Kong dann ins Maul, streckt den Kopf so weit wie möglich nach hinten und schmeisst das Ding dann hin. Spätestens beim dritten Mal gibt eigentlich jedes handelsübliche Gutti auf und fällt in Bröseln heraus. Mission geschafft. Sehr schlau.
Was sie allerdings noch nicht weiß ist, daß z.B. eine Scheibe Wurst oder ein weicheres Gutti ein gänzlich anderes Verhalten an den Tag legt, als ein knuspriges hartes Hundeleckerli. Da kann sie schmeißen, so viel sie will – ein Radl Wurst zerbricht halt nun mal nicht. Lustig ist es dennoch, ihre Bemühungen dann zu beobachten, und beschäftigt ist sie damit auch immer eine ganze Weile…

Somit haben die beiden Rabauken tatsächlich ein ganz unterschiedliches Jagd- und Spielverhalten. Nur wenn sie miteinander raufen, wird weder geschüttelt, noch geschmissen – da wird einfach nur gerungen und Spaß gehabt 😉 !

Wie ist es bei Euren Felltorpedos? Wir sind gespannt…

Viele liebe Grüße,
Euer Chris

P.S.: Und wo wir schon beim geliebten Schüttelkuschelknisterschaf sind – demnächst kommt noch das Review von den Puppy & Prince Spielsachen, versprochen 😉 !

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Winterschlaf und Frühjahrsmüdigkeit

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Luke und Lily sind – sagen wir mal – doch erstaunlich oft im Standby-Modus. Gut, sie gleichen das alles aus, indem sie dafür bis kurz vor der erneuten Schlafattacke und sofort nach dem erfolgreich absolvierten Schläfchen das Schweinchen rauslassen und richtig Rabatz machen, aber alles in allem sind die zwei momentan doch ganz schön verschlafen…

Zur Weihnachtszeit war’s klar und verständlich – alles war ganz schön aufregend: Plätzchen hier, Weihnachtsschmuck da, Geschenke dort. Für zwei halbwüchsige Labis sehr spannend. Und wer permanent gespannt ist, der muß ja zum Ausgleich auch erheblich öfter müde sein. Danach dann Silvester – wieder mit Aufregung, (reduziertem, aber immerhin) Geknalle und Besuch. Wieder spannend, wieder müde.

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Aber so langsam sollte sich das Gleichgewicht zwischen wach und schlafend doch wieder eingestellt bzw. eingependelt haben, oder? Nö, hier nicht – die beiden verbringen nach wie vor den halben Tag im Standby. Oft zu zweit in einem Körbchen – einfach weil’s halt NOCH kuscheliger ist als alleine, wir kennen das ja 😉 – oder leicht lächelnd und mit allen Vieren in die Höhe gestreckt auf der Couch (wo auch sonst).

Es bieten sich einem immer wieder die lustigsten Posen und wir müssen tatsächlich oft schmunzeln, wenn hier auf der Couch um die Wette gesägt wird…

Sind Eure Fellmützen momentan auch so müde? Wird Zeit, daß die wieder aus ihrem Winterschlaf-Standby-Modus erwachen – die Nachbarskatze wartet schließlich auch schon auf neue Action 😉 !

Viele verschlafene und verschneite Grüße,
Eure Webers

Dinkelprinz – mit Liebe gebacken!

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Mitte der Woche erreichte uns – nein, genauer gesagt – erreichte Luke und Lily ein Päckchen. Es war ein verspätetes Weihnachtsgeschenk für unsere beiden kleinen Fellzwerge, und zwar von einer sehr guten Freundin von uns, von Gaby 🙂 !

Unter den gespannten Blicken und aufgerissenen Augen von Luke und Lily haben wir das Päckchen aufgemacht und eine schöne kleine Holzschatulle zutage gefördert. Als wir sie öffneten, wurden Luke und Lily ganz aufgeregt und trappelten von einer Pfote auf die andere – ein guter (und für Hundenasen vermutlich noch viel doller wahrnehmbarer und verführerischerererer) Duft kam uns entgegen und wir sahen, dicht an dicht gestapelt, eine ganze Ladung Hundeleckerlis: Gaby und ihre drei FELLows Rino, Torra und Tano haben gebacken – Dinkelkekse, und zwar mit einer Extra Portion Liebe, das stand sogar auf der beiliegenden Weihnachtskarte in Form einer Christbaumkugel.

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Das Besondere daran ist, daß diese Hundekekse das Ergebnis einer jahrelangen Rezeptentwicklung und gleichzeitig auch der Auftakt zu einer ganz neuen und schon bald auf dem Markt erscheinenden Hundefutter-Keks-Leckerli-Gourmet-Magenschoner-Leckerschmecker-Dinkelback-Serie sind.

Gaby hat durch ihre jahrzehntelange Erfahrung mit Hunden, deren Wehwehchen, den typischen Fütterungs- und Ernährungsfehlern und den damit einhergehenden und nicht immer schulmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten so viel gelernt und entwickelt und so großes Knowhow in diesem Bereich angesammelt, daß sie das nun in Form von bekömmlichen, magenschonenden und – wenn ich Luke und Lily so beim Mampfen beobachte – extrem gut schmeckenden Hundekeksen allen Hundeeltern und ihren Schützlingen anbieten kann. Die jetzt in Luke’s und Lily’s Mäulern verschwundenen Kekse sind nur der Auftakt, quasi die erste Sorte – weitere werden folgen und einen eigenen Shop dafür wird es auch geben. Wir sind schon sehr gespannt und hoffen, daß wir schon bald wieder den Guttihunger von unseren beiden Labikindern stillen können – endlich mit bewusster Ernährung, mit guten Zutaten und unbedenklichen Inhalten.

Und weil Ihr – wie ich Euch kenne – ebenfalls nur das Beste für Eure Hunde wollt und der Empfehlung von Luke und Lily vertraut, könnt Ihr Euch schon mal den Namen der neuen Hundedinkelkeksmanufaktur merken:

DINKELPRINZ – die feine Hundekuchenmanufaktur 🙂 !

Viele liebe Grüße,
Eure Webers

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P.S.: Ich hoffe, Ihr seht es mir nach, daß die Bilder nicht besser geworden sind. Luke und Lily haben keine Millisekunde stillhalten können, als wir mit den Leckerlis vor ihren Schnauzen herumgefuchtelt haben… 😉

Happy New Year und das Festessen…

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Lieber Blogleser, Hundekinder und Hundeeltern,

zuallererst wünschen wir Euch ein gutes Neues Jahr – möge es Euch allen Glück, Zufriedenheit und vor allem Gesundheit bringen.

Ich bin fast schon ein wenig happy, daß wir das neue Blogjahr 2015 beitragsmäßig gleich standesgemäß mit einer tollen Geschichte eröffnen können – es trug sich gestern, am Silvesterabend, zu und passierte hier bei uns daheim. Der Titel müsste ehrlicher- und korrekterweise eigentlich nicht „Festessen„, sondern eher „FASTessen“ lauten. Jedenfalls „fast“ für Luke. Der arme Bub. Aber ich fange mal von vorne an.

Frauchen hatte extra für das Silvester-Abendessen von Luke und Lily etwas Besonderes eingekauft, es sollte Hähnchenbrustfilet mit Reis geben. Öha – Schmausalarm 😉 ! Wir machten da wieder einen entscheidenden Fehler, und zwar sprachen wir in Luke’s und Lily’s Gegenwart schon seit Mittag davon, daß die beiden am Abend etwas richtig Leckeres bekommen würden, und zwar ein eigenes Hühnchen. Gut – wir wissen ja mittlerweile, daß Lily völlig ausflippt, sobald sie weiß, daß das Essen im Topf für SIE zubereitet wird. Und ab dem Zeitpunkt lässt sie die Küche nicht mehr aus den Augen. Sie sitzt vor der Küchenzeile, weint unaufhörlich und lässt zwischendurch auch immer mal noch einen fordernden Beller raus. So für alle Fälle. Kann ja sein, daß das Fleisch dann erschrickt und vor Überraschung direkt zu ihr ins Maul hüpft. Wenn Frauchen aber exakt das gleiche Essen für UNS kocht, dann ist alles in Ordnung. Lily benimmt sich normal (naja, was halt für ein Labikind „normal“ ist) und weder heult sie, noch bellt sie. WIE sie das macht – keine Ahnung, ehrlich. Es ist ein Phänomen. Passiert aber jedesmal wieder, wir haben das ja schon mehrmals getestet… Luke ist da entspannter. Klar, ist eben ein Junge 😉 !

Frauchen hatte gestern Abend also das Fleisch gekocht – ohne Gewürze, ohne Sonstwas – nahm es aus dem Kochtopf heraus und liess es nach dem Zerteilen in kleinere Stücke auf dem Schneidebrett zum Auskühlen liegen. Wohlgemerkt auf der Arbeitsplatte, so ziemlich im hinteren Drittel Richtung Fenster. Hätten wir jetzt einen Dobermann, einen Ridgeback oder eine Dogge, dann hätten wir uns sicherlich eine andere Ruhestelle für das Fleisch ausgesucht – aber doch bitteschön nicht bei unserem Labimädchen. Wir gingen zurück ins Wohnzimmer und Herrchen half Frauchen bei einem kleinen Computerproblem. Die Felltorpedos gingen wieder zurück in die Küche, wir dachten uns nichts dabei und man vernahm keinen Laut von drüben.

Plötzlich rannte Luke ins Wohnzimmer hinein, lief schnurstracks und mit weit aufgerissenen Augen auf mich zu (SO weit aufgerissen, daß ich Angst hatte, sie würden herauskullern), platzierte sich sehr aufgeregt wedelnd und laut schnaufend direkt vor mir, Pfoten auf meinem Schoß und warf mir einen unglaublich eindringlichen und fast schon durchdringenden Blick zu. Sein Kopf war dabei gerade mal ein paar Zentimeter von meinem entfernt. Es war diesmal eine gänzlich andere Aufregung, die den kleinen Kerl so beutelte, als sonst. Er wollte ganz offensichtlich NICHT spielen, wollte NICHT raus und wollte sicherlich NICHT raufen. Nein – es muß etwas viel, viel Schlimmeres passiert sein. Etwas, das er selbst nicht lösen konnte. Jedenfalls nicht, ohne dabei nicht auch seine gute Erziehung zu vergessen. Und da Luke ja bekanntlich ein Gentlehund ist, kam er eben zu mir. Zu seinem Papa. Hach 🙂 ! Ich hätte ihn schon wieder knutschen können. Also stand ich sofort auf und liess mich von ihm in die Küche führen. Er ging vor und vergewisserte sich bei jedem Schritt, ob ich auch wirklich hinter ihm herlief. Musste ja wirklich enorm wichtig sein, was uns da drüben erwartete…

Wir bogen um die Ecke und ich sah gerade noch, wie Lily aus einer mir bislang unbekannten Position (Vorderpfoten auf der Arbeitsplatte) wieder auf alle Viere zu Boden sackte, sich umdrehte und mich mit vollgestopften Backen anstarrte. Bevor ich die Situation begriffen hatte und wieder zu Atem kam, hatte sie flugs hastig alles hinuntergeschluckt und kam (zugegeben etwas geduckter als sonst) schwanzwedelnd (zugegeben etwas weniger als sonst) auf mich zu. Luke stand derweil vor der Arbeitsplatte und starrte etwas enttäuscht nach oben. Er wusste genau, daß da gerade NICHT MEHR das Festessen lag, sondern nur noch ein paar Reste, quasi das FASTessen.

So, was machste da jetzt als Hundepapa? Einerseits musst Du ja Deine Rolle wahren und Deinem Hund zeigen, daß das so nicht geht, daß das „pfui“ war, was er gemacht hat und daß jetzt eigentlich ein Riesendonnerwetter mit anschliessender Sicherheitsverwahrung im Körbchen folgen müsste. Andererseits klatscht Dein Inneres Ich gerade höchst begeistert Applaus und grinst von einem Ohr zum anderen, weil Dein Hund soeben – was Du ja bis vor ein paar Sekunden noch nicht mal für möglich gehalten hattest – das Essen aus schwindelerregender Höhe geklaut hat. So einfach mir nichts Dir nichts, weil’s zu lange gedauert hat und das Bellen und Jammern und Weinen nicht erhört wurde. Cool, ir-gend-wie cool 🙂 ! Außerdem war ich natürlich auch noch unheimlich stolz auf Luke, weil der mir sofort Bescheid gesagt und mich in die Küche gelotst hat. Und noch außerdemer war ich auch noch ein klein wenig stolz auf mich selbst, weil ich das Ausnahme-Benehmen von Luke sofort richtig gedeutet hatte. Ein tolles Team, Respekt an uns 😀 ! Frauchen war in der Zwischenzeit auch in der Küche angekommen und rang exakt mit denselben beiden Gefühlszuständen „böse und schimpfen“ oder „stolz und nicht so doll schimpfen“. Gut, wir haben uns hinreissen lassen, letztendlich nicht so doll zu schimpfen und dachten gleich an den ersten Erlebnisbericht für unseren Blog 2015. Et voilà, hier ist er. Der Beitrag wäre aber nicht mal halb so lustig ohne die passenden Bilder. Und die lieferte uns Lily selbstverständlich sofort nach. Denn als wenn das alles noch nicht gereicht hätte, vermutete sie die restlichen Fleischbröckchen noch da oben auf der Arbeitsplatte. Sie wusste genau, daß sie wohl bei ihrem ersten Beutezug nicht ALLES erwischt hatte. Und wenn schon, dann gründlich!

Frauchen sagte zu mir „lass uns rausgehen und dann hälst Du ganz schnell Deine Kamera in die Küche und drückst ab – mal sehen, was passiert„. Okay, guter Plan – hätte von mir sein können. Wir gingen aus der Küche, Luke folgte uns und Lily auch. Für drei Schritte jedenfalls. Dann kehrte sie klammheimlich um und schlich zurück zum Tatort. Ich sah das zum Glück aus dem Augenwinkel und schlich hinterher – die Kamera im Anschlag und aufnahmebereit. Ich hielt – wie der Plan ja lautete – die Kamera um die Ecke, drückte ab und wurde belohnt von einem Foto, das Lily inflagranti auf frischer Tat als Hühnerbrustfiletdiebin überführte:

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Unglaublich dreist, das Mädel, oder ? Aber halt irgendwie trotzdem cool. Und wieder überwog das Gefühl, sie für SOLCH eine grandiose Tat doch nicht zu schimpfen… Jajaja, wir wissen ja – das war nicht ideal, aber was soll man machen. Wir sind ja auch nur Menschen bzw. Herrchen und Frauchen.

Das Ende vom Lied war, daß der sichtlich enttäuschte Luke – dem ja gerade quasi ein tolles Festmahl durch die Lappen ging – zuerst mit Weihnachtshundeguttis versorgt wurde und danach dann die restlichen Fleischstückchen zusammen mit leckerem Reis kredenzt bekam. Lily bekam nur Reis. Fleischgrundlage hatte sie ja bereits.

Tja – mit Hunden kannste eben immer was erleben. Und diesmal waren wir wirklich überrascht. Unsere Moral von der Geschichte: Die Arbeitsplatte scheidet nun als Ablagestelle für jegliches Essen aus und wir suchen uns höher gelegene Positionen, wo auch ein normalerweise gar nicht SO riesengroßer Labi nicht mehr rankommt.

Ich hoffe, Ihr hatte Spaß mit der Geschichte – wir auf alle Fälle – und feiert nun noch schön den ersten Tag vom neuen Jahr. Lasst es ruhig angehen und geniesst die Zeit mit Euren Vierbeinern, wir tun es genauso.

Viele liebe Grüße von Euren
Webers

Heiligabend bei Omi und Opi

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Hallo Ihr Lieben,

obwohl die Erzählung von unserem Heiligabend eigentlich aus der Feder und mit den Worten von Luke oder Lily kommen sollte, habe ich mich nun doch entschlossen, selbst zu schreiben. Hauptsächlich aus dem Grund, da sonst Herr Labi oder Frau Labi gerade den ersten Punkt in unserer Geschichte gnadenlos heruntergespielt oder gar völlig unter den Tisch gekehrt hätten. Und DAS wollte ich vermeiden 😉 !

Also – wie Ihr ja schon wisst, waren wir an Heiligabend bei Omi und Opi eingeladen – zu viert, sprich MIT Luke und Lily. Ein Besuch bei Omi und Opi bedeutet auf der einen Seite, daß wir uns alle sehr darauf freuen, uns dort alle vier sehr wohl fühlen und die beiden kleinen Felltorpedos dort immer noch mehr Guttis und Leckerlis und Zuwendung bekommen als sonst. Als Enkelhund hat man eben ausgesorgt 😉 ! Auf der anderen Seite bedeutet ein Besuch bei Omi und Opi aber natürlich auch, daß dort z.B. eine Couch steht, die NUR für Menschen ist und schon allein aufgrund ihrer hellen Farbe keine Spiel-und Schlafstätte für Hunde darstellt. Es bedeutet ferner, daß der Christbaum bei Omi und Opi klassisch schön und – wie man es aus Kindheitstagen kennt – edel ist. Dort hängen tolle Figürchen und Strohsterne auch an den unteren Zweigen, was sich bei uns daheim bereits in den vergangenen zwei Jahren als schlechte Idee herausgestellt hatte. Wir schmücken unsere Christbäume seit dem Einzug von Luke und Lily nun immer erst ab der dritten Zweigetage, also außerhalb der Schwanzwedelreichweite. Das muß reichen, es geht schneller beim Christbaumschmücken und vor allem können die beiden Labikinder nicht so schnell etwas „abräumen“. Meine Eltern hatten den Gedanken noch nicht sooo verinnerlicht, aber das war nicht schlimm – im Laufe des Abends machte sich nur ein einziger kleiner Strohstern selbständig. Und das GANZ OHNE Zutun von Luke oder Lily, wenn man ihren weit aufgerissenen Augen und den rein prophylaktisch entschuldigenden Blicken Glauben schenken darf…

Kommen wir also zurück zum Heiligabend, bzw. kurz davor. Wir hatten vereinbart, so gegen 16.30 Uhr bei meinen Eltern zu sein. Mein Plan lautete deshalb: Die Hundekinder kriegen ihr Abendessen diesmal recht früh, so gegen 15.00 Uhr. Dann wird etwas verdaut und anschliessend dürfen die beiden gleich raus in den Garten – nochmal richtig die S*u rauslassen, sich durch den Garten jagen, toben, spielen, müde werden. Und natürlich sämtliche Geschäfte erledigen, die man so erledigen kann und die man besser nicht bei Omi und Opi erledigen sollte. Luke und Lily haben ja so ein Talent dafür, gewisse Dinge etwas „ungünstig“ zu planen. Nicht, daß wir dann gerade Bescherung machen wollen, das Christkind herumfliegt und just in diesem Augenblick der Hund vor der Tür hockt und meint, daß es „jetzt plötzlich ganz dringend ist“… Nee, nicht mit uns – dem beugen wir vor, wir kennen schliesslich unsere Pappenheimer.

Gesagt getan, das weihnachtliche Hunde-Abend-Festessen war toll – es dauerte auch nur 24 Sekunden, bis die Näpfe leer und ausgeschleckt waren – und nach einer kurzen Verdau- und Verschnaufpause ging es raus in den Garten. Und wie geplant fingen sie an, sich zu jagen, zu rennen, zu spielen und sich gegenseitig müde zu machen. Ich sah das zufrieden und nickte mir selbst im Geiste zustimmend und anerkennend zu 🙂 !

Dann machte ich noch etwas Schlaues – bevor ich mich selbst „fesch“ machte, also eben etwas Feineres anzog, holte ich Luke und Lily wieder rein. So auf den letzten Drücker. Und wie sich herausstellte, war diese Reihenfolge goldrichtig. Denn meine Jeans und das Shirt bekamen Hundepfoten zu sehen, die schmutziger nicht hätten sein können. Lily rannte aus dem Garten ins Haus, machte auf ihrem „Pfotenrenovierungshandtuch“ eine Vollbremsung und sah mich freudestrahlend an. Ich traute meinen Augen nicht: Da hat dieses Labimädchen doch tatsächlich ausgerechnet ein paar Minuten, bevor wir aufgehübscht und gut gelaunt zu meinen Eltern aufbrechen wollten, angefangen, die Hundehütte zu unterkellern. Dabei fand sie nicht nur einen Regenwurm, jede Menge Erde und reichlich Matsch, sondern auch eine Art Vlies, das wohl irgendwann irgendwer aus irgendeinem Grund da mal im Boden verlegt hatte. Daß das Vlies mit dem Matsch, der Erde und dem Regenwurm eine schier untrennbare Verbindung eingegangen ist und regelrecht in den Krallen klebte, muß ich glaube ich gar nicht extra erwähnen. Es war ein Fest für die Sinne. Naja, für meine jedenfalls nicht.

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Okay, dann eben „same procedure as every hour. Nearly every hour.“ und ab mit dem Hundekind in die Dusche. Fand sie nicht so toll, trat um sich und ich sah nach ein paar Sekunden ebenfalls aus wie ein Erdmännchen. Die Zeit lief unaufhörlich und es wurde immer später. Als Lily dann endlich wieder sauber und trocken war, konnte auch ich mich fertigmachen und zu meinem ursprünglichen Plan zurückkehren.

Wir verstauten das ganze Hundezeug (zwei Decken, den großen Wassernapf, die Geschenke für die beiden, ein paar zusätzliche Guttis, die schönen Halstücher und zwei Sätze Leinen und Halsbänder) im Auto und fragten uns kurzzeitig, wie es wohl erst aussehen mag, wenn wir auch noch mit Kindern unterwegs sein werden – wir kommen uns ja JETZT schon vor, als würden wir jedesmal mit sämtlichem Hab und Gut umziehen… Lily durfte zum ersten Mal ihr neues schickes Halsband mitsamt der dazu passenden Leine anlegen und Luke zog das giftgrüne Geschirr mit dem Aufdruck „friendly“ an – selbstverständlich auch mit passender Leine. So herausgeputzt hoben wir die beiden in die Hundebox und fuhren los. Ich brauche nicht zu erwähnen, daß uns diese spontane Duschaktion wieder mal jede Menge Zeit gekostet hat und wir nun zu spät dran waren. Aber glücklicherweise wissen Omi und Opi ja, daß man mit den beiden Hundekindern immer ein gewisses „Überraschungs- und Zuspätkommpotential“ hat 😉 ! Während der ca. halbstündigen Fahrt saßen die beiden gemütlich an die Rückbank angelehnt und beobachteten den Verkehr. Je näher wir dem Haus meiner Eltern kamen, desto aufgeregter waren Luke und Lily – einfach unglaublich, wie die sich das merken können. Respekt! Opi stand schon auf dem Parkplatz und half uns beim Ausladen. Die beiden freuten sich wieder wie Bolle und warfen Opi fast um. Dann ging’s ins Haus und Omi war fällig – auch sie wurde fast umgeworfen vor Freude. Anschliessend rannten die beiden durch die Wohnung (also Luke und Lily!) und nahmen dort alles genauestens unter die Lupe. Wir sahen im Geiste schon den Christbaum umfallen, die Krippe durch’s Wohnzimmer fliegen und die schöne Bodenvase mit dem Trockengesteck krachend zu Boden fallen. Aber nichts passierte – die beiden machten zwar ein Riesengetöse, wedelten sich um Kopf und Kragen und waren einem Herzkasperl nahe, aber wie gesagt – nichts passierte. Glück gehabt. Wir – Frauchen und ich – beruhigten uns auch langsam wieder. Erste Herausforderung „die Ankunft“ war bestanden bzw. überstanden. Omi kam dann gleich mit zwei tollen Riesenknochen um die Ecke und schon war Ruhe. Luke und Lily verzupften sich auf ihre Decken und fingen an, die Leckerlis zu essen.

Wer einmal gesehen hat, wie diese zwei Torpedos eine Bude auseinandernehmen, wenn sie sich freuen, der kann sich das Spektakel hier besser vorstellen. EIN Hund kann sich ja schon doll freuen – aber ZWEI sind wirklich nochmal eine ganz andere Liga! Und wer sich so verausgabt, der hat auch Durst – und so fanden wir plötzlich die beiden „Schulter an Schulter“ am Napf und hörten ein lautstarkes doppeltes Geschlabber:

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Nachdem die erste Aufregung verflogen war und die letzten Guttireste aufgegessen waren, kam die Bescherung. Luke und Lily haben diesmal anscheinend das Christkind von sich überzeugt und wurden reich beschenkt. Nicht zuletzt auch wegen der Bestellung bei puppyundprince. Von Omi und Opi gab’s zwei lustig quietschende und grunzende Gummibälle, die sofort durch’s Wohnzimmer geschussert wurden. An Ruhe und „stille Nacht“ war ab DEM Zeitpunkt nicht mehr zu denken. Mein Highlight war aber folgendes Erlebnis: Luke hat es zum ersten Mal geschafft, seine Pakete SELBST auszupacken. Bislang – also die letzten Weihnachten und Geburtstage – mussten wir die Päckchen aufmachen, weil Luke und Lily nur mit schiefgelegtem Kopf davorsaßen und nicht so recht wussten, was sie damit anfangen sollten. Aber jetzt hat Luke das selbst in die Pfoten genommen und fein säuberlich mit den vorderen Zähnen Geschenkpapierbahn für Geschenkpapierbahn auseinandergerissen. Und was kam zum Vorschein? Zwei gelbe Quietschetennisbälle, ein grüner Gummiball mit Minzegeruch (puuuhh!), ein brauner Gummi-Football mit Minzegeruch (nochmehrpuuuhh!) und das Highlight des Abends: Ein Schaf! Ja, richtig gehört – ein flaches, flauschiges Schaf mit einem Quietschedings im Kopf. Auf der Internetseite habe ich gelesen, daß dieses Schaf nicht zum Auseinandernehmen ist, sondern tatsächlich zum Kuscheln und zum „Herumtragen“. Und tatsächlich – die beiden waren sofort zutiefst verliebt in dieses Schaf und seitdem wird es nahezu permanent herumgeschleppt und abgeschleckt. Su-per-süß 😉 !!!

Zu den Spielsachen von puppyundprince gibt es ja noch zu einem späteren Zeitpunkt ein Review, wenn Luke und Lily eine Weile damit gespielt haben. Dann können wir auch etwas zur Qualität und Haltbarkeit sagen.

Nachdem Luke und Lily inmitten ihrer Spielsachen lagen und beschäftigt (und vor allem sichtlich glücklich) waren, begonnen wir mit dem Essen und dem gemütlichen Teil des Abends. Und wie wir es uns erhofft hatten, waren die beiden Labikinder tatsächlich den ganzen Abend superbrav, schliefen, spielten, schauten auf den Tisch (lustigerweise haben wir erst beim Essen festgestellt, daß der Esstisch meiner Eltern etwas tiefer ist als unserer daheim. Und lustigerweise hat Luke das sofort begeistert ausgenutzt und im Sitzen verstohlen einen Blick über den Tisch schweifen lassen…) und kuschelten mit uns. Herrlich – so nehmen wir sie gerne immer wieder mit, wenn wir eingeladen sind.

Wir hoffen, Ihr hattet auch einen richtig tollen und gemütlichen Heiligabend – so wie wir – und seid auch so reichlich beschenkt worden – so wie Luke und Lily 😉 !

Viele liebe Grüße und bis bald,
Eure Webers

Schneeeeeee :) !!!

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Liebe Schneehunde (also alle Hundekinder, die – genauso wie wir – den Schnee soooooo cool finden !),

bevor Papi jetzt die Geschichte von unserem Heiligabend und den tollen Geschenken hier im Blog erzählt, muß ich Euch fix über unseren weißen Garten berichten. Mensch, DAS war eine Überraschung !!!

Am zweiten Weihnachtsfeiertag (wir haben gerade wieder angefangen, unser neues Schaf durch’s Haus zu tragen und vorsichtig einen Quietscheballgesang anzustimmen) ist Papi morgens aufgestanden, hat uns begrüsst und bespasst und schlurfte dann in die Küche, um den Rolladen (ich muß da immer zwangsläufig an „Rouladen“ denken bei dem Wort…. *schmatz*) hochzuziehen. Sein kurzes freudiges Gemurmel beim Blick nach draußen hatte irgendwas zu bedeuten. Ir-gend-et-was musste da draußen sein, was uns vermutlich genauso gefallen würde – jetzt waren wir aber gespannt. Er ging mit uns zur Terrassentür, sah uns verschmitzt an und zog laaaaaangsam – also wirklich unfair und unnötig langsam – die Jalousie (ha, wenn ich „Schahluhsieee“ schreibe, denke ich nicht an „Roulade„. Mist, jetzt habe ich DOCH an Roulade gedacht… *schleck*) hoch und plötzlich sahen wir die Bescherung: Unsere Terrasse, unser Busch (an dem wir immer mit lautem Getöse von der Terrasse rechts in den Garten abbiegen) und unsere gesamte Wiese mit den vielen tollen Löchern war komplett WEISS !!! Es hat geschneit 😀 !!! Super – WAS für eine Überraschung.

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Luke und ich sind ja nun noch nicht soooo alt, aber der letzte Schnee war schon laaange her. ZU lang her. Es war damals unser erstes Weihnachten hier bei Mami und Papi und wir waren noch superklein. Da waren die dicken Schneeflocken fast so groß wie wir und wir sind immer im Schnee versunken. Und jetzt – zwei Jahre später – hat es endlich wieder geschneit.

Wir warteten ungeduldig, bis Papi die Terrassentür aufmachte und drängelten uns gleichzeitig durch den schmalen Spalt. Uns beiden zog es die Hinterteile weg (war ein wenig glatt, aber egal) und drifteten dann etwas spektakulär in den Garten. Oh war das toll – wir spielten bestümmt  eine halbe Stunde im Garten. Wir jagten uns, warfen uns in den Schnee, schnappten Flocken, hatten kleine Schneehäufchen auf den Schnauzen und rannten so schnell von vorne nach hinten und wieder zurück, daß danach ein toller Trampelpfad im Schnee zu sehen war. Und das alles VOR dem Frühstück, SO begeistert waren wir.

Jetzt, zwei Tage später, schneit es noch immer und es wird immer weisser da draussen. Wir lieben den Schnee und ich glaube fast, daß wir Schneelabis sind – nicht umsonst sind wir weiß. Wir können uns da draußen tarnen. Und wenn wir wieder Blödsinn machen, können Mami und Papi uns nicht sehen, weil wir ja mitten im Schnee stehen und uns niemand sieht. Clever, ne 😉 ?

So, Ihr Lieben – wir wünschen Euch ebenso viel Spaß im Schnee und schicken Euch ganz viele liebe Grüße,
Eure Lily

Warten aufs Christkind…

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Liebe Blogleser, liebe Hundekinder und Hundeeltern,

gleich ist es soweit – es ist Heiligabend und wir alle warten schon sehr gespannt und sehnsüchtig aufs Christkind. Zwar ist es nicht klirrend kalt, sondern hat 14°C und es ist auch nicht alles weiß und tief verschneit, sondern grün und manch eine Pflanze und Blume blüht aus Versehen schon leise vor sich hin, doch all das kann uns die weihnachtliche Stimmung und Vorfreude nicht verderben.

Luke und Lily benehmen sich heute wie zwei Kinder – sie lassen uns schon den ganzen Tag nicht aus den Augen, folgen uns auf Schritt und Tritt überallhin und versuchen förmlich uns mit ihren Blicken zu durchbohren. Was sie wollen? Na das, was alle Kinder heute wollen – und zwar Antworten auf die wichtigsten Fragen überhaupt: Kommt das Christkind zu uns? Wann kommt das Christkind? Bringt es Geschenke? Wenn ja, wird vielleicht auch ein Quietscheball dabei sein (Anm. d. Red.: Der letzte funktionsfähige Quietschetennisball hat zufällig zwei Tage vor Weihnachten das Zeitliche gesegnet – wie passend. Dafür hatten wir jetzt zwei Tage enorme Ruhe…. 😉 !)… Und was wird es zum Labischmaus geben? Seefisch? Oh Mann, Ihr seht schon – es ist echt spannend und die zwei vermeiden es dauernd, mal zwischendurch die Augen zuzumachen – es könnt ja was passieren und sie kriegen es nicht mit.

Naja, wir feiern heute jedenfalls bei Omi und Opi – und aus diesem feierlichen Anlass werden sich Luke und Lily auch wieder in Schale werfen. Nicht auszudenken, wenn wir unterwegs das Christkind treffen und die beiden Labikinder haben ihre Halstücher bzw. ihr Festtagsdress nicht an. Mal sehen – Lily wird heute ihr neues Halsband mit passender Leine (todschick !!!) anziehen und Luke wird vielleicht wieder diese umwerfende Schleife anlegen. Ein paar Bilder von der Anprobe vor ein paar Tagen zeigen wir Euch schon mal.

Naaaa? Schick, nicht wahr 😉 ?

So, jetzt machen wir uns mal langsam fertig und hoffen, daß Luke und Lily ihre Freude im Griff haben werden und der Christbaum bei meinen Eltern den Abend und die beiden Bodenraketen übersteht.

Wir wünschen Euch Allen ein fröhliches, friedliches und gemütliches Weihnachtsfest und werden Euch natürlich von unserem Heiligabend mit Luke und Lily bei Omi und Opi erzählen.

Viele Grüße,
Eure Webers mit Luke & Lily

Sonntag = Kuscheltiere-Sammel-OP-Tag

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Die Kombination aus zwei sehr aufgeweckten Labikindern und gefühlten hundertvierzig spitzen und einsatzfreudigen Labizähnen bedeutet vor allem eins: Viel Schwund! Und zwar Schwund intakter Haut auf meinen Armen (jajaja, ich raufe einfach zu gerne mit Luke), Schwund von Leckerlis und Kauknochen in unglaublicher Geschwindigkeit und dann natürlich auch noch Schwund in Sachen Hundespielzeug.

Anfangs, als die zwei kleinen Felltorpedos noch sehr jung waren, hielten die Spielsachen – wenn’s hoch kam – vielleicht mal zwei Tage oder so. Dann waren sie hin. Kein Spielzeug der Welt hält solchen spitzen, kleinen Welpenzähnchen Stand – besonders dann nicht, wenn ein Labigeschwisterpärchen sich permanent darum balgt. Bis wir die schier unzerstörbaren Spielsachen von Kong entdeckten – aber darüber haben wir ja hier schon ein paar Mal in verschiedenen Beiträgen berichtet.

Mittlerweile halten die Spielsachen schon viel, viel länger und wir haben immer den Eindruck, daß Luke und Lily einfach besser darauf Acht geben. Da wäre z.B. Gustl, der Quietschegockel – das ist Lily’s Heiligtum. Und z.B. der Oktofuchs oder sämtliche Bälle – das sind Luke’s Heiligtümer, wobei der Oktofuchs erst jetzt wieder eine Hauptrolle in Luke’s Leben spielt, aber dazu später mehr.

Durch die tägliche Bespielung geht aber halt doch irgendwann mal das Kuscheltierfell kaputt und die Füllwatte verteilt sich im Raum. Oder das Hundekind muß irgendwann eben doch mal der Neugier nachgeben und herausfinden, was da im Kuscheltier eigentlich so dolle quietscht. By the way – WER von uns Hundeeltern kennt diesen Anblick eines mit Füllwatte verwüsteten Wohnzimmers nicht? Hand aufs Herz – das haben sie doch alle schon gemacht, oder? Konfettiparade par excellence 🙂 !

Bei uns sammelten sich in den letzten Wochen so einige Spielzeug-Patienten an. Da war zum Einen der Kuschelhund, der zwei Löcher, nur noch ein Ohr und dafür aber fast keine Füllwatte mehr hatte. Und der große Biber, der immer so schön raschelt und grunzt, wenn man beherzt hineinbeisst: Dem fehlte ein Fuß (den ich aber inmitten der anderen Spielsachen noch bergen konnte), der Biberschwanz hing auf halb Acht und auf dem Rücken klaffte ein mittelgroßer Riss im Fell. Achja, und fast in Vergessenheit geraten lag oben auf der Garderobe (denn wir Hundeeltern wissen: Wirklich „sicher“ ist nur das Zeug, das weit, weit oben liegt und so von den Labikindern nicht erreicht werden kann) noch der Oktofuchs. Der war damals, als wir ihn den beiden ganz jungen Labiwelpen geschenkt haben, das absolute Highlight. Er sieht aus wie ein brauner Fuchs – echt süß, ist flauschig und hat im Körper einen Quietschetennisball. Und dann noch vier Tentakelfuchsschwänze. Herrlich, keine Minute mehr ohne dieses Spielzeug. Aber leider waren sie anfangs eben doch etwas zu stürmisch und so versteckte ich damals den bereits etwas angeschlagenen Fuchs oben auf der Garderobe, um ihn zu schützen und ihn den beiden später, wenn sie etwas ruhiger geworden wären, wiederzugeben. Und da oben geriet er dann irgendwann in Vergessenheit. Wie es halt manchmal so ist – die Kinder haben viel Spielzeug, immer neues kommt dazu… Bevor Ihr Euch jetzt wundert: Ja, der Oktofuchs hat nur vier flauschige Tentakelschwänze. Da mir die Herleitung von Oktopus besser gefiel als die eher korrekte Bezeichnung Quattrofuchs, entschied ich mich eben für Oktofuchs…

Naja, zurück zum Thema: Es war Sonntag (ein paar Sonntage vor diesem hier) und ich saß bei meiner Tasse Kaffee morgens in der Küche und überlegte, was ich als nächstes (einigermaßen Sinnvolles) anstellen könnte. Neben mir lag der Biber und hinter mir der Kuschelhund, die beide schon lange auf ihren OP-Termin warteten. Hmm… Ich wußte aus sicherer Quelle, wo das Nähzeug war und irgendwie hatte ich die lustige Eingebung, das jetzt mal selbst zu versuchen. Nicht das „tapfere Schneiderlein“, vielmehr das „mutige Weberlein“. Luke und Lily sind zwar die Besitzer der zu reparierenden Spielsachen, aber glücklicherweise nun wahrlich nicht kritisch, was das Erscheinungsbild einer Naht oder einer schiefgenähten Kuscheltierschläfe angeht. Also perfekt zum Üben 😉 !

Ich versammelte die Spielsachen vor mir auf dem Tisch und aus Versehen quietschte ich mit dem Fuchs (den ich ja kurz zuvor durch Zufall auf der Garderobe liegen sah) – es dauerte keine halbe Hundertstelsekunde (ja, klar – übertrieben! Aber es ging wirklich schnell!) und Luke und Lily saßen vor mir und sahen mich mit weit aufgerissenen Augen an. Nachdem ich dann mit dem Schimpfen über viel zu dicke Fäden und viel zu kleine Nadelöre fertig war und der Faden endlich eingefädelt war, legte ich los. Anfangs ungelenk und unsicher, aber im Verlaufe dieser Kuscheltier-OP immer versierter und fixer, reparierte ich die Spielsachen. Mit dem Pieksschmerz, den diese Nadel im Finger verursacht, weil man permanent daneben sticht, lernte ich auch schnell umzugehen. Fingerhut? Schnickschnack – die Dinger sind nur für dünne Finger ausgelegt 😉 !

Nachdem ich den Kuschelhund und den Biber fertiggestellt hatte, überreichte ich sie feierlich den immer noch unten vor mir sitzenden und staunenden Labikindern und die beiden zogen sofort damit ab und rannten ins Wohnzimmer. Die Freude war groß – endlich war der Biber wieder heile und ich hörte es von drüben immer wieder freudig grunzen und rascheln. Mission geglückt. Jetzt war der Oktofuchs dran. Er hatte nicht wirklich große Schäden – eigentlich nur ein paar sehr schüttere Fellstellen, die man lieber rein prophylaktisch mal verstärken sollte. Die Tentakelfuchsschwänze hingen etwas locker umher, also wollte ich die auch noch fest(er) nähen. Ich nahm also den letzten Patienten an diesem Sammel-OP-Tag in die Hand, legte ihn auf den OP-Tisch und – war ja klar, ich geschickter Mensch – quietschte. Aus Versehen. Logo. 😀

Sofort rannte Luke zu mir, machte direkt vor meinen Füßen eine Vollbremsung und bliebt mit weit aufgerissenen Augen vor mir sitzen. Leicht schiefgelegter Kopf – also sehr aufmerksam. Er liess mich keine Sekunde mehr aus den Augen und wartete sehr geduldig, bis wir fertig waren. Die wohl dosierte Narkose liess direkt mit dem letzten Nadelstich nach und endlich konnte ich Luke seinen geliebten Oktofuchs überreichen. Er war richtig überwältigt. Erst schnupperte er vorsichtig an ihm, ging um ihn herum, sah mich immer wieder an und dann nahm er ihn vorsichtig ins Maul und trug ihn rüber ins Körbchen. Und nach wenigen Sekunden konnte ich ein wahres Quietschkonzert von drüben vernehmen. Willkommen zurück in der Familie, lieber Oktofuchs.

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Und seitdem ist der Oktofuchs wieder Luke’s Heiligtum – er liebt ihn geradezu und trägt ihn dauernd mit sich herum. Und ich bin mir sicher, daß der Fuchs nicht kaputtgehen wird. So macht man das eben mit Heiligtümern – man gibt auf sie Acht.

Wie ist es denn mit Euren Spielsachen bzw. mit den Spielsachen Eurer Hundekinder? Wird da oft Nadel und Faden geschwungen oder lieber neu gekauft?

Schönen Sonntag wünschen wir Euch, bis bald
Euer Chris

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P.S.: Und zwei Tage später fand ich dann den Oktofuchs vor der Waschmaschine – was wollte mir Luke damit wohl sagen 😉 ?

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