Sonntag = Kuscheltiere-Sammel-OP-Tag

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Die Kombination aus zwei sehr aufgeweckten Labikindern und gefühlten hundertvierzig spitzen und einsatzfreudigen Labizähnen bedeutet vor allem eins: Viel Schwund! Und zwar Schwund intakter Haut auf meinen Armen (jajaja, ich raufe einfach zu gerne mit Luke), Schwund von Leckerlis und Kauknochen in unglaublicher Geschwindigkeit und dann natürlich auch noch Schwund in Sachen Hundespielzeug.

Anfangs, als die zwei kleinen Felltorpedos noch sehr jung waren, hielten die Spielsachen – wenn’s hoch kam – vielleicht mal zwei Tage oder so. Dann waren sie hin. Kein Spielzeug der Welt hält solchen spitzen, kleinen Welpenzähnchen Stand – besonders dann nicht, wenn ein Labigeschwisterpärchen sich permanent darum balgt. Bis wir die schier unzerstörbaren Spielsachen von Kong entdeckten – aber darüber haben wir ja hier schon ein paar Mal in verschiedenen Beiträgen berichtet.

Mittlerweile halten die Spielsachen schon viel, viel länger und wir haben immer den Eindruck, daß Luke und Lily einfach besser darauf Acht geben. Da wäre z.B. Gustl, der Quietschegockel – das ist Lily’s Heiligtum. Und z.B. der Oktofuchs oder sämtliche Bälle – das sind Luke’s Heiligtümer, wobei der Oktofuchs erst jetzt wieder eine Hauptrolle in Luke’s Leben spielt, aber dazu später mehr.

Durch die tägliche Bespielung geht aber halt doch irgendwann mal das Kuscheltierfell kaputt und die Füllwatte verteilt sich im Raum. Oder das Hundekind muß irgendwann eben doch mal der Neugier nachgeben und herausfinden, was da im Kuscheltier eigentlich so dolle quietscht. By the way – WER von uns Hundeeltern kennt diesen Anblick eines mit Füllwatte verwüsteten Wohnzimmers nicht? Hand aufs Herz – das haben sie doch alle schon gemacht, oder? Konfettiparade par excellence 🙂 !

Bei uns sammelten sich in den letzten Wochen so einige Spielzeug-Patienten an. Da war zum Einen der Kuschelhund, der zwei Löcher, nur noch ein Ohr und dafür aber fast keine Füllwatte mehr hatte. Und der große Biber, der immer so schön raschelt und grunzt, wenn man beherzt hineinbeisst: Dem fehlte ein Fuß (den ich aber inmitten der anderen Spielsachen noch bergen konnte), der Biberschwanz hing auf halb Acht und auf dem Rücken klaffte ein mittelgroßer Riss im Fell. Achja, und fast in Vergessenheit geraten lag oben auf der Garderobe (denn wir Hundeeltern wissen: Wirklich „sicher“ ist nur das Zeug, das weit, weit oben liegt und so von den Labikindern nicht erreicht werden kann) noch der Oktofuchs. Der war damals, als wir ihn den beiden ganz jungen Labiwelpen geschenkt haben, das absolute Highlight. Er sieht aus wie ein brauner Fuchs – echt süß, ist flauschig und hat im Körper einen Quietschetennisball. Und dann noch vier Tentakelfuchsschwänze. Herrlich, keine Minute mehr ohne dieses Spielzeug. Aber leider waren sie anfangs eben doch etwas zu stürmisch und so versteckte ich damals den bereits etwas angeschlagenen Fuchs oben auf der Garderobe, um ihn zu schützen und ihn den beiden später, wenn sie etwas ruhiger geworden wären, wiederzugeben. Und da oben geriet er dann irgendwann in Vergessenheit. Wie es halt manchmal so ist – die Kinder haben viel Spielzeug, immer neues kommt dazu… Bevor Ihr Euch jetzt wundert: Ja, der Oktofuchs hat nur vier flauschige Tentakelschwänze. Da mir die Herleitung von Oktopus besser gefiel als die eher korrekte Bezeichnung Quattrofuchs, entschied ich mich eben für Oktofuchs…

Naja, zurück zum Thema: Es war Sonntag (ein paar Sonntage vor diesem hier) und ich saß bei meiner Tasse Kaffee morgens in der Küche und überlegte, was ich als nächstes (einigermaßen Sinnvolles) anstellen könnte. Neben mir lag der Biber und hinter mir der Kuschelhund, die beide schon lange auf ihren OP-Termin warteten. Hmm… Ich wußte aus sicherer Quelle, wo das Nähzeug war und irgendwie hatte ich die lustige Eingebung, das jetzt mal selbst zu versuchen. Nicht das „tapfere Schneiderlein“, vielmehr das „mutige Weberlein“. Luke und Lily sind zwar die Besitzer der zu reparierenden Spielsachen, aber glücklicherweise nun wahrlich nicht kritisch, was das Erscheinungsbild einer Naht oder einer schiefgenähten Kuscheltierschläfe angeht. Also perfekt zum Üben 😉 !

Ich versammelte die Spielsachen vor mir auf dem Tisch und aus Versehen quietschte ich mit dem Fuchs (den ich ja kurz zuvor durch Zufall auf der Garderobe liegen sah) – es dauerte keine halbe Hundertstelsekunde (ja, klar – übertrieben! Aber es ging wirklich schnell!) und Luke und Lily saßen vor mir und sahen mich mit weit aufgerissenen Augen an. Nachdem ich dann mit dem Schimpfen über viel zu dicke Fäden und viel zu kleine Nadelöre fertig war und der Faden endlich eingefädelt war, legte ich los. Anfangs ungelenk und unsicher, aber im Verlaufe dieser Kuscheltier-OP immer versierter und fixer, reparierte ich die Spielsachen. Mit dem Pieksschmerz, den diese Nadel im Finger verursacht, weil man permanent daneben sticht, lernte ich auch schnell umzugehen. Fingerhut? Schnickschnack – die Dinger sind nur für dünne Finger ausgelegt 😉 !

Nachdem ich den Kuschelhund und den Biber fertiggestellt hatte, überreichte ich sie feierlich den immer noch unten vor mir sitzenden und staunenden Labikindern und die beiden zogen sofort damit ab und rannten ins Wohnzimmer. Die Freude war groß – endlich war der Biber wieder heile und ich hörte es von drüben immer wieder freudig grunzen und rascheln. Mission geglückt. Jetzt war der Oktofuchs dran. Er hatte nicht wirklich große Schäden – eigentlich nur ein paar sehr schüttere Fellstellen, die man lieber rein prophylaktisch mal verstärken sollte. Die Tentakelfuchsschwänze hingen etwas locker umher, also wollte ich die auch noch fest(er) nähen. Ich nahm also den letzten Patienten an diesem Sammel-OP-Tag in die Hand, legte ihn auf den OP-Tisch und – war ja klar, ich geschickter Mensch – quietschte. Aus Versehen. Logo. 😀

Sofort rannte Luke zu mir, machte direkt vor meinen Füßen eine Vollbremsung und bliebt mit weit aufgerissenen Augen vor mir sitzen. Leicht schiefgelegter Kopf – also sehr aufmerksam. Er liess mich keine Sekunde mehr aus den Augen und wartete sehr geduldig, bis wir fertig waren. Die wohl dosierte Narkose liess direkt mit dem letzten Nadelstich nach und endlich konnte ich Luke seinen geliebten Oktofuchs überreichen. Er war richtig überwältigt. Erst schnupperte er vorsichtig an ihm, ging um ihn herum, sah mich immer wieder an und dann nahm er ihn vorsichtig ins Maul und trug ihn rüber ins Körbchen. Und nach wenigen Sekunden konnte ich ein wahres Quietschkonzert von drüben vernehmen. Willkommen zurück in der Familie, lieber Oktofuchs.

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Und seitdem ist der Oktofuchs wieder Luke’s Heiligtum – er liebt ihn geradezu und trägt ihn dauernd mit sich herum. Und ich bin mir sicher, daß der Fuchs nicht kaputtgehen wird. So macht man das eben mit Heiligtümern – man gibt auf sie Acht.

Wie ist es denn mit Euren Spielsachen bzw. mit den Spielsachen Eurer Hundekinder? Wird da oft Nadel und Faden geschwungen oder lieber neu gekauft?

Schönen Sonntag wünschen wir Euch, bis bald
Euer Chris

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P.S.: Und zwei Tage später fand ich dann den Oktofuchs vor der Waschmaschine – was wollte mir Luke damit wohl sagen 😉 ?

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13 Responses to Sonntag = Kuscheltiere-Sammel-OP-Tag

  1. Beccs sagt:

    Das ist ja niedlich. Bei uns musste auch schon das ein oder andere Kuscheltier auf den OP-Tisch, wobei Rico eine Ente hat, die ich ihm genäht habe, lange bevor er bei uns eingezogen ist und die lebt immer noch (allerdings muss er sich auch mit niemandem drum streiten 😉
    Wenn ich versuche die Löcher zu stopfen muss ich allerdings aus Ricos Reichweite gehen.. brav daneben sitzen und warten ist bei uns nicht drin!!!
    Ganz lieben Gruss
    Beccs und Rico

    • Chris sagt:

      Hallo Beccs,

      eine extra für Rico genähte Ente? Das klingt ja süß – wir wollen Bilder sehen 🙂 !!!
      Und Du hast Recht – wenn nicht zwei durchgeknallte Labikinder ständig um etwas balgen würden, würden die Sachen erheblich länger halten. Aber mei – Hauptsache, sie haben Spaß 🙂 !

      LG,
      Chris

  2. Isabella sagt:

    Es gab einige Kuscheltiere, die bei uns schon den verschiedensten Operationen unterzogen wurden – allerdings haben wir jetzt in den letzten Monaten alle Kuscheltiere in vorübergehenden Urlaub geschickt, denn Klein Cara ist bei ihren Aktionen so gründlich, dass alle Reanimationsversuche kläglich scheitern und wir den Verlust einiger lieber Spielgefährten betrauern mussten 🙂 Bis die Kleine also ihre Nagewut besser im Griff hat gibt es hier nur Sachen von Kong in schwarz … oder Rinderhufe und Geweihstücke!
    So ein Oktofuchs vor der Waschmaschine ist wirklich eine eindeutige Aufforderung 🙂

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

    • Chris sagt:

      Hallo Isabella,

      probier’s mal mit den Kong Knots Kuschelteddys – die sind super und halten sogar heftigen Tauzieh-Orgien Stand. Können wir nur empfehlen 😉 !!!

      LG,
      Chris

  3. Hector sagt:

    Unser Hector ist ja nun schon 1,7 Jahre alt, aber seine Kuscheltiere haben wir in den Schrank verbannt. Er spielt immer Chirurg mit ihnen und dann ist nix mehr mit OP. Eine gelbe Ente, ein Teddy und eine Maus sind noch übrig und ab und an darf er sie in der Wohnung spazieren tragen, wenn ich aber sehe er desinviziert sich die Pfoten, werden sie gleich wieder konfestiert. Momentag hat es ihm meine blau-weiß-rote Bommelmütze angetan. Da mach er sogar Sprünge, um an sie heranzukommen und bei Spaziergängen umschleicht er mich, immer mit dem Blick nach oben. Ich werde gleich mal auf den Link gehen, den Du im oberen Bericht angegeben hast und mir die Sachen anschauen. Für heute eine Streicheleinheit für Eure beiden Fellknäule

    Eure Karin, Karl-Heinz und Hecs

    • Chris sagt:

      Hallo Karin,

      wie geht’s Dir denn? Ich hoffe, schon besser…
      Seid doch froh, daß Hecs so genau arbeitet, also wie ein Chirurg.
      Luke und Lily gehen da eher vor wie zwei grobmotorische Klempner oder Metzger. Nur ab und zu schaffen sie es, mit den vorderen Zähen einzelne Nähte aufzutrennen, anstatt gleich den ganzen Kopf abzureissen. Aber das wie gesagt nur selten.

      Hast Du es schon mal mit einer Disc probiert? Das sind diese Tools zum Konditionieren von Hunden, haben wir damals in der Hundeschule bekommen. Das ist ein Band, an dem 5 Metalldiscs hängen. Und wenn der Hund Blödsinn macht, schmeisst man diesen Discbund hin oder klimpert damit in der Hand. Ziel ist, daß der Hund erschrickt, dieses Erschrecken mit dem Mist in Verbindung bringt, den er gerade gemacht hat, und dann im Idealfall diesen Mist nächstes Mal nicht mehr macht.

      Jedesmal, wenn Hecs dann ein Stofftier kaputt beissen will, fliegt die Disc.

      Es wird sich aber irgendwann sicherlich sowieso legen, war ja bei Lily und Luke auch so. Anfangs wurde ALLES zerlegt, aber jetzt gibt man langsam mal Acht auf die geliebten Spielsachen… 🙂

      Auf alle Fälle viel Spaß beim Bummeln und Shoppen auf puppyundprince.de 😉 !

      LG,
      Chris

      P.S.: Und wenn Ihr wollt, könnt Ihr neuerdings Beiträge hier im Blog auch bewerten….

  4. Hector sagt:

    Guten Morgen Chris und Frau Chris und natürlich ihr lieben Fellknäule,
    leider ist mein Arm immer noch nicht heil und wird wohl noch bis Mitte Januar so bleiben, aber Kopf hoch, da muss ich durch. Dieses Jahr war wohl nicht meins und ich werde es mit dem Pech im Jahr 2014 verschließen.
    Das mit etwas lautem auf den Boden werfen, kennen wir, nur haben wir dabei wohl zu doll geworfen und unsere Fliesen haben jetzt defekte Stellen. Sicherlich kennst Du diese dicken gedrehten Seile mit den Knoten an den Seiten. Billig sind sie ja nicht gerade und unser Hecs, hat dieses Seilspielzeug in 0, nüscht in der Mitte zernagt. AAAAAAAAAAber eine kleine gelbe Quitscheente lebt noch und tötet mitunter unsere Nerven. Und nochwas, er liebt die „Waschstraßenhandtücher“, zerrt sie zu uns, schmeißt sie hin und wartet, dass einer von uns mit dem Ziehen beginnt. Unser Hecs liebt das Spielen mit anderen Hunden und wir sind am Überlegen, ob wir nicht noch einen Spielkameraden für ihn finden sollten. Ich schicke Euch mal ein Bild, wie er reagiert, wenn er nur ein wau wau hört.

    Sag mal, wie bekommt Ihr das auf die Reihe mit den diversen Haaren auf dem Boden? Bei einem ist es schon heftig und wir könnten mindestens 2 x am Tag durchsaugen, aber bei 2?

    Das mit dem Bewerten der Blogs finde ich super. So die Mutti Karin-Rabenvogel wünscht einen schönen Tag und freut sich auf neue Kommentare von den beiden Fellknäulen

    • Chris sagt:

      Liebe Karin,

      wir wünschen Dir gute Besserung und finden auch, daß sämtliche Pechsträhnen mit 2014 abgeschlossen werden. Hoffentlich bist Du bald wieder komplett auf dem Damm 😉 !

      Diese Seile mit den Knoten haben bei uns anfangs nie länger als ein paar Tage überlebt. ALLES musste in seine Bestandteile zerlegt werden, wobei Lily da die Schlimmere war. Aber mittlerweile haben wir wirklich erstaunlich wenig Verluste zu beklagen. Wirst sehen – das hört bei Hecs bestimmt auch bald auf!

      Die Quietschesachen üben immer einen ganz besonderen Reiz auf unsere Vierbeiner aus – ich muß da auch noch diesbezüglich einen neuen Beitrag schreiben…

      So, jetzt zu den Haaren: Kurze Antwort – FRAG NICHT !!!
      Wir könnten hier auch permanent saugen, aber weißte was: Es bringt nichts. Rein gar nichts. Wenn Du fertig bist, kannste schon wieder von Neuem anfangen. Wir haben hier echt viel Platz – und dementsprechend eben auch viel Platz für Hundehaare. Ich renne halt mehrmals mit dem Handstaubsauger herum, wenn’s zu viel wird und dann 1-2x pro Woche mit dem großen Staubsauger. Mehr macht keinen Sinn und vor allem auch keinen Spaß. Wir haben uns irgendwann damit arrangiert und einen guten Mittelweg gefunden. Mei – wenn man Hunde hat, dann hat man halt auch Hundehaare, ganz normal. Mittlerweile kommen wir (meistens) damit klar 😉 !

      Und Eure Idee mit dem Spielgefährten ist SUPER !!! Wenn es vom Platz her klappt, dann macht das – es wird jedoch Euer Leben nochmal komplett auf den Kopf stellen. Mal sehen – vielleicht kommt ja wirklich bald das Buch von uns heraus – da kannst Du dann viel über das Leben mit ZWEI Welpen nachlesen 😀 !

      Viele Grüße an alle,
      Chris

      P.S.: Bewerten nicht vergessen 😉 ! Danke !!

      • Hector sagt:

        Lieber Chris,
        wenn Du mir jetzt noch zeigst, wo ich hin muss, um zu bewerten, wäre ich äußerst dankbar. Nimm es einer fast 60jährign nicht übel, wenn sie sich nicht so auskennt.
        Lieben Gruß Karin

  5. Hector sagt:

    Stoooooooooop, alles zurück, ich habs gefunden

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