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Sieg über die Pferdeäpfel

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Unsere ganze Familie mag Äpfel. Grundsätzlich eine gute Sache und nicht unbedingt einen eigenen Blogeintrag wert. Eigentlich.

Ich mag gerne (elektronische) Äpfel aus einer Plantage in Cupertino. Frauchen hat gerne die Pink Lady Äpfel. Und Luke und Lily ? Nun, die beiden lieben Pferdeäpfel. Jupp, richtig gelesen. Das ist auch der Grund, weshalb es DIESMAL im Blogbeitrag kein Bildchen gibt (ich habe heute KEIN Foto für Euch !), sondern nur ein „Censored-Logo“. Eine Abbildung eines ländlichen Pferdeapfels wäre vielleicht für die Stadtmenschen unter uns interessant und weiterbildend gewesen, aber ich lasse es trotzdem mal lieber weg…

Das große Problem ist also bei zwei solchen „Staubsaugern“ bzw. Allesfressern, wie es Labradore nunmal sind, zu vermeiden, daß beim Gassigehen permanent irgendwelche Sachen im Maul verschwinden. Bei zwei Labis also doppelt schwer. Bei zwei Labi-Welpen demnach vier- bis achtfach schwer (gefühlt noch viel schlimmer !)…

Die Lernphase des „Pferdeapfelliegenlassens“ war lang, das tägliche Training auf den Feldwegen hier anstrengend und hart – aber am Ende steht der Sieg. Der Sieg über die Pferdeäpfel !!! Das Gassigehen wird nun also erheblich entspannter sein, denn jetzt reicht ein kleines und sogar relativ leises Grummeln meinerseits und die beiden wissen „öha, die Pferdeäpfelpolizei ist unterwegs und jetzt gibt’s gleich Ärger“. Sie schauen sich dann kurz um, suchen Blickkontakt, machen einen Bogen um den Misthaufen und laufen extrem stolz (haben schliesslich was Tolles gemacht !) weiter.

Das sind so die kleinen Erfolgserlebnisse, die man als frischgebackene Hundeeltern hat und die einem den Tag retten 😉 ! Bin gespannt, was als nächstes kommt…. 😀

Wer braucht schon High-Heels ?

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Okay, es mag sein, daß wir ausnahmsweise mal vielleicht etwas ZU unvorsichtig gewesen sind und ZU sehr an das Gute im Hund geglaubt haben…

Momentan „trainieren“ wir ja das Alleinebleiben. Also – nur um das zu definieren: WIR gehen weg und die BEIDEN bleiben alleine. Nicht andersherum, denn das klappt ja schon ganz ordentlich. Zurück zum Thema.

Der schwarze, schöne, Stöckelschuh (wie man das als Mann nennt) stand auf dem Schuhregal im Flur. Dummerweise haben wir ihn dort vergessen. Mal NICHT aufgeräumt, mal NICHT weggesperrt zu den anderen hochhackigen Heiligtümern in den Schrein. Sehr blöd, wie sich herausstellte, denn unser lieber Luke höchstpersönlich jagte sich diesen Schuh und machte mit seiner Beute kurzen Prozess.

Was genau der Grund war, weshalb er diesen Schuh so entstellte, wissen wir nicht. Vielleicht hat die Größe nicht gepasst, vielleicht mag er schwarz nicht, vielleicht dachte er aber auch, der Schuh wird sowieso weggeworfen – wir werden es wohl nie erfahren. Und gleich nebenan – weil ein Schuh alleine in der Tonne ja blöd aussieht – hat er auch gleich noch den Gästehausschuh (also einen von beiden) verwurstet. Uns bot sich – als wir wieder hereinkamen – ein Schlachtfeld. Der einzige, der glücklich inmitten der ganzen Schuhtrümmer lag, war Luke. Lily saß in respektvollem Abstand daneben und setzte ihren besorgtesten Blick auf, den sie machen konnte.

Bestraft wurde dieses „Vergehen“ mit Liebesentzug. Echt lange. Fast den halben Tag. So ungefähr 5 Minuten. Naja, ehrlich gesagt weniger – denn wer kann DIESEN beiden Bodentorpedos schon lange böse sein 😉 ?

Grillhendl zu Mittag

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Blöd sind sie ja nicht, die beiden Kurzen: Sie haben sich wie zwei alte Selbstversorger ihr Essen rausgelegt – „das Hendl soll schön in der Herbstsonne grillen“ 😉 !

Eine lehrreiche Zeit…

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Als Welpe ist man ja überflutet mit Informationen, man sieht und hört und riecht so viel Neues, daß man ja unmöglich alles behalten und sich merken kann. Umso besser ist es natürlich, wenn einem die eigene Schwester bzw. der eigene vierpfotige Bruder was beibringt.

Lily hat es sich vor ein paar Tagen bereits zur (Un-)Eigenart gemacht, immer ihr Maul in der Küche mit ein paar Brocken Trockenfutter zu beladen, um es dann freudestrahlend ins Wohnzimmer in ihr Bettchen zu bringen. Oder ins Esszimmer zur Terrassentür. Oder auf die Couch, wo ich gerade liege und mich natürlich prompt irre mitfreue, wenn es neben mir nach Truthahn oder Schwein oder sonst wem duftet. Hach, es ist einfach immer aufregend….

Ob sie es als Picknick sieht oder denkt, sie müsse für schlechte Zeiten vorsorgen – ich weiß es nicht. Andererseits, wenn letzteres der Fall wäre, würde sie es ja nicht gleich aufessen, sondern verbuddeln oder verstecken – was wiederum im Wohnzimmer schwierig werden würde. Wobei – ich muß gleich mal unter den Kissen auf der Couch nachschauen. Nicht, daß da noch das Stück Fleisch von vor einer Woche vor sich hinlebt…. 😀

Luke war bislang immer zu begeistert von seinem Futter, daß er es immer gleich an Ort und Stelle, sprich in der Küche am Napf, aufgegessen hat. Wie man es von Labradoren kennt: Wie ein Staubsauger.

Heute Früh jedoch kam er dann plötzlich mit dicken Backen und von einem Ohr bis zum anderen grinsend (ja wirklich, das können die !) ins Wohnzimmer gewatschelt und hatte – ja, genau richtig – ebenfalls seine Portion Trockenfutter an Bord. Gegessen hat er es dann auf seinem Bettchen. Lily beobachtete es von der Couch aus und nickte wohlwollend. Soviel dazu. Gut gemacht, Lehrerin.

Und somit sind wir auch beim schwierigen Teil bei der Erziehung von ZWEI Hundebabies: Wenn der eine sich entschlossen hat, auf Dich zu hören bzw. etwas „richtig“ zu machen, kommt GARANTIERT der andere um die Ecke und zeigt es ihm „noch viel besser“.

Wir sind gespannt, in welchen Belangen sich unsere Interessen im Laufe der Zeit noch so „überschneiden“ werden 😉 !

Löffelchenliegen

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Lily: Wir sind viel unterwegs, entdecken viel und saugen all die neuen Eindrücke auf wie ein großer Schwamm. Das macht müde. SEHR müde. Und so oft wir uns tagsüber auch necken und durch die Gegend schubsen, so wichtig ist es für uns, beim Schlafen ganz eng aneinandergekuschelt zu sein.

 

Der Einzug – aus zwei mach vier

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Lily: Herrchen parkt das Auto rückwärts vor der Garage und steigt aus. Er geht ums Auto herum und öffnet die Tür bei uns. Frauchen nimmt mich auf den Arm und Herrchen nimmt den rosa Korb (ich weiß genau, wie Luke über diese Farbe denkt, hihi ☺ !) mitsamt Luke und dann gehen die beiden mit uns ins Haus. Die Wohnungstür öffnet sich und auf den ersten Blick stellen wir eins fest: Hier sieht es nach viel Platz aus. SEHR viel Platz. Die beiden setzen Luke und mich ab und wir dürfen alleine und zu Fuß – nein, zu Pfote – die Wohnung inspizieren. Natürlich zücken die beiden wieder ihre Handies und fotografieren jeden vermeintlich tollen und lustigen Schritt von uns.

Hier ist echt einiges geboten. Als Erstes fällt uns das gaaanz große Kuschelbettchen im Wohnzimmer auf. Das ist so hellbraun und hat lustige Tierpfoten drauf. Und das Tollste: Auf dem Bettchen liegt Spielzeug für uns – ein brauner Stoffhund. Sofort vergessen wir alles um uns herum und sind von einer Sekunde auf die andere in unser Spiel vertieft. Hey – wir sind Labradore, wir können Kuscheltieren einfach nicht widerstehen !

Plötzlich quietscht es. Luke hat dem Kuschelhund in die Pfote gebissen und daraufhin hat er gequietscht. Cool ! Vorher bei Mami hatten wir einen Ball, der konnte auch quietschen. Fast hätten wir es mal geschafft, eine Melodie zu quietschen. Das werden wir hier bestimmt perfektionieren ☺ !

Während Luke noch weiter mit dem Hund beschäftigt ist und sich auf dem Bettchen von einer Seite auf die andere rollt und ganz offensichtlich zufrieden ist, fällt mir wieder ein, daß die Erkundungstour noch lange nicht beendet ist. So mache ich mich weiter auf den Weg und schaue mir alles genau an.

In der Küche steht bereits ein Napf mit Wasser – die sind echt auf Zack ! Nach der stundenlangen Autofahrt (Anm. d. Red.: Es waren immer noch nur 32 Minuten !) habe ich ganz schön Durst bekommen. Mein Geschlabber (leise ging nicht, es musste schnell gehen) hat Luke von seinem Stoffhund abgelenkt und ebenfalls in die Küche gelockt. Er hängt seinen Kopf ebenfalls in den Napf und säuft wie ein Loch. Junge, Junge – danach sieht’s hier schon mal aus, als hätte einer von uns eine Arschbombe mitten in den Wassernapf gemacht. Dann wandert mein Blick weiter und ich entdecke noch zwei Näpfe. Wow, was ist DAS denn – wen erwartet Ihr denn noch hier ? Einen Grizzly ? Klar, wir sind Labradore und auch klar, wir wachsen noch ein erhebliches Stück. DANN sind diese Riesennäpfe durchaus toll, bestimmt. Aber jetzt muß ich ja meine Wanderstiefel anziehen, wenn ich kleine Maus zu Fuss durchlatschen wollen würde. Das haben Frauchen und Herrechen eindeutig zu gut gemeint. Aber egal, Hauptsache die Näpfe sind immer gut gefüllt ☺ !

Begleitet werden alle unsere Schritte von Herrchen und Frauchen, die sich schon wieder mit ihren Handies bewaffnet haben und laufend Fotos von uns machen. Weiter geht die Tour in den Flur zurück, dann ins Schlafzimmer und ins Bad. Da finden wir eine Dusche, in die sogar wir kleinen Welpis ebenerdig laufen können. Sehr gut, denn Dusche = Wasser, und wir Labis lieben schliesslich Wasser ☺ !

Luke erscheint neben mir und sieht mich fragend an. Ich weiß schon, was er meint – er will unbedingt wissen, was denn nun mit dem Garten ist. Und als hätten unsere neuen Menschen unsere Gedanken gelesen, werde ich von Frauchen genommen, Luke von Herrchen und schon geht es raus auf die Terrasse. Mööönsch, ist DAS schön hier ! Wir hören Vögel zwitschern und das Laub der Bäume rascheln. Die Sonne strahlt mit Herrchen und Frauchen um die Wette, sodaß wir die Augen etwas zukneifen müssen, so hell ist das. Die beiden setzen uns nebeneinander ins saftige Gras (ein Glück, hier ist kein „Rasen“, sondern eine richtig schöne Wiese. Das heißt, wir werden hier ausgelassen spielen und toben können…) und lassen uns einfach selbst weiter den Garten entdecken. So viele neue Gerüche und Eindrücke, es ist zu schön hier… Herrchen filmt uns sogar. Und jedesmal, wenn ich vor lauter Begeisterung vergesse, daß ich abwechselnd beim Laufen eine Pfote vor die andere setzen muß und es mich wieder waffelt oder ich mich nicht wirklich elegant überschlage, lachen sich die beiden schlapp.

Hinter dem Haus fällt uns sofort eine Stelle auf, wo man die blanke und trockene Erde sehen kann. Da sind bestimmt ein paar spannende Sachen vergraben, extra für uns, und wir sollen sie ausgraben, nicht wahr ? Ist doch so, oder ? Klasse – aber darum kümmern wir uns später. Wir sehen in der Wiese einen großen Ball liegen. Natürlich viel zu groß, um ihn zu tragen oder überhaupt greifen zu können, aber zumindest kann man ihn ronaldo-like herumschussern. Dieser Grünstreifen mit den hübschen Blümchen zwischen Wiese und Terrasse ist bestimmt unser Klo. Kann nicht anders sein. Und da ich heute schon lange auf den Beinen bin, viel erlebt habe und vorhin auch noch viel getrunken habe, muß ich schleunigst was loswerden. Also ab durch die Hecke – ähh, ins Beet und hinhocken. Aaaaah, tut das gut. Herrchen und Frauchen verfallen mit einem Schlag in einen Freundentaumel und loben uns wie Bolle. Das gefällt uns. Wir wollen schliesslich unseren Menschen immer gefallen. Ich laufe zu Frauchen und hole mir ein paar Streichler ab. Luke hat zwischenzeitlich ebenfalls gepullert – er allerdings im Beet in der hintersten Ecke im Garten – und wird gerade von Herrchen gelobt. Die finden das echt toll…

Im restlichen Tagesverlauf erholen wir uns erstmal und schlafen fast eine ganze Stunde, dann spielen und raufen wir, dürfen wieder raus in den Garten, setzen unmittelbar danach „aus Versehen“ das Wohnzimmer unter Wasser und bekommen auch noch leckeres Essen, welches wir heisshungrig verschlingen. Hier gibt es genau das gleich Essen wie vorher in unserem ersten Zuhause. Das ist super.

Später bekommen wir dann unseren ersten Besuch – es sind Omi und Opi, also die Eltern vom Herrchen. Auch die sind begeistert von uns und wir werden wieder beschmust wie sonst was. Herrlich. Alle freuen sich immer richtig doll, wenn wir uns ganz normal bewegen. Scheinbar sieht das ulkig aus, weil wir noch nicht ganz so koordinierte Bewegungsabläufe haben. Aber das wird noch.

Eine Autofahrt mit Welpen *jauuuuul*

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Luke: Die Tür fällt hinter uns ins Schloß und wir stehen draußen auf dem Gehweg. Es ist warm, die Sonne scheint, ein paar Autos brausen an uns vorbei und wir werden von unserem neuen Frauchen und dem neuen Herrchen zum Auto getragen. Zu UNSEREM Auto – denn wir sind jetzt eine Familie und gehören ab heute offiziell zusammen ☺!

Also aufregend was der Vormittag bis jetzt schon. Wir haben viel erlebt, es war ein Abschied UND ein Neubeginn dabei. Jetzt sind wir beim Auto angekommen – ein schwarzer, großer Kasten. Herrchen macht die hintere rechte Tür auf und was muß ich sehen ? Einen Wäschekorb. Einen ROSA Wäschekorb ! Hey, Leute – ich werde mal ein sehr großer Rüde. Ich kann doch nicht in einem rosa Wäschekorb verreisen ! Egal, wohin es geht. Aber okay, ich muß diese bittere Pille schlucken. Erstens, weil Lily ganz begeistert schaut – okay, sie ist ja auch ein Mädchen. Und zweitens, weil ich ja wohl schlecht hier alleine auf dem Gehweg stehenbleiben kann, bis Herrchen mit einem blauen – oder zumindest weniger kindischen – Korb zurückkommt. Also gut. Herrchen und Frauchen setzen uns in den Korb und wir sträuben uns noch ein wenig. Ist ja schliesslich alles neu und ungewohnt und die Gerüche kennen wir auch nicht. Plötzlich ist der ganze Mut und die Abenteuerlust wie weggeblasen und wir bekommen Schiss. Wo geht es eigentlich hin ? Was haben die mit uns vor ? Müssen wir lange Autofahren ? Und wo sind überhaupt seine Stiefel ?

Frauchen steigt ebenfalls hinten ein und sitzt nun neben dem Wäschekorb, ganz nah bei uns. Sie hält ihre Hand in den Korb und streichelt uns. Wir sind zwar echt ganz schön aufgeregt, aber es tut gut, die Nähe von unserem neuen Menschen ☺ zu spüren. Herrchen steigt vorne ein, startet den Motor und fährt – ganz vorsichtig und langsam, das muß man ihm lassen – los.

Nach nur ganz wenigen Metern fällt uns spontan ein, daß wir zwar schon Auto gefahren sind, aber wir fanden das nie wirklich toll ! Vermutlich wäre es besser, gleich mal herauszuposaunen, wie ungehalten wir sind. Wie auf Kommando fiepen und kreischen wir also um die Wette. Frauchen schaut uns ganz verdutzt an und Herrchen flüstert besänftigend von vorne auf uns ein. Das ist zwar nett von ihm, hilft uns aber in der gegenwärtigen Situation nicht wirklich weiter. Als wir merken, daß unser Geschrei uns nicht unmittelbar weiterhilft, fangen wir abwechselnd an, aus dem Korb zu krabbeln. Lustig ist dabei, daß Frauchen echt alle Hände voll zu tun hat, uns daran zu hindern ☺ ! Gut, ein wenig Spaß muß sein. Und vielleicht lenkt es uns von der Tatsache ab, daß wir in einem Auto unterwegs sind… Ich hoffe echt, daß Lily und ich uns bald daran gewöhnen werden…

Nach einer gefühlten Ewigkeit weicht die Aufregung und macht der Neugier Platz. Fassen wir also zusammen. Wir sitzen in einem rosa Wäschekorb, unter uns kuschelige Decken. Passt soweit – sieht man mal von der für Rüden unangemessenen Farbe Rosa ab. Frauchen neben uns, Herrchen vor uns. Es zieht nicht und es brüllt keine Musik aus den Lautsprechern. Die scheinen es echt gut mit uns zu meinen. Jetzt noch a Radl Wurscht und etwas Wasser zum nachspülen und es wäre perfekt. Mal abwarten. Die Minuten werden zu gefühlten Stunden und es dauert echt schätzungsweise viereinhalb Tage (Anm. d. Redaktion: Es waren exakt 32 Minuten ruhige Autofahrt), bis wir bei unserem neuen Zuhause ankamen. Herrchen stoppt das Auto mitten auf der Straß und lässt die Scheibe bei uns hinten herunter. Plötzlich schauen ein Mann und eine Frau durch’s offene Fenster und sind ganz doll begeistert von uns. Frauchen schlaut uns auf „schaut mal her, Babies – das sind unsere Nachbarn“. Hmm, aaahja – Namen können wir uns jetzt eh‘ nicht merken. Die beiden sehen aber nett aus und Herrchen scheint sie auch zu mögen. Also mögen wir sie auch. Hey – wir sind Welpen, momentan mögen wir sowieso ALLE ☺!

Nachdem wir die ersten Nachbarn kennengelernt haben, fahren wir die letzten Meter weiter und erreichen ENDLICH unser neues Zuhause. Noch länger wäre das nicht gut gegangen. Erstens, weil Lily eh‘ schon in eine Ecke unserer Decke (MEINER Decke !) gepullert hat und zweitens, weil wir langsam schon heiser sind vom Fiepen und kreischen und mitreden. Und letztlich auch, weil wir einfach aufgeregt sind, was da auf uns wartet. Wir haben bei den Erwachsenengesprächen gestern und heute Vormittag immer wieder was von einem großen Garten und viel Platz gehört. DAS wollen wir jetzt unbedingt endlich sehen…

Abschied und Neubeginn

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Lily: Es ist morgens. Gestern waren ja die beiden netten Menschen hier – besonders die Frau war ganz lieb und hat mich ganz lange in ihre Flauschjacke eingewickelt. Luke war dauernd bei dem Mann. Der hat so große Stiefel angehabt – da flippt mein Bruder hat grundsätzlich aus. Sowas mag er sehr ! Am Abend hat Großfrauchen nochmal telefoniert – anscheinend mit der netten Frau und dem Schuhmann. Irgendwas war noch – ich hab’s aber leider nicht verstanden, weil hier wieder so viel Trubel war. Aber vielleicht haben wir Glück und der Mann und die Frau nehmen uns mit !? So gut Großfrauchen gestern Abend noch drauf war, so traurig wirkt sie heute Morgen. Bereits heute Nacht hat sie mehr mit uns gekuschelt als sonst und hat immer wieder ein wenig wehmütig nach uns geschaut. Wir sind jedenfalls schon mal aufgeregt. Und da – es klingelt wieder an der Tür. Diesmal ist es meine Schwester, die nach Großherrchen als erste von uns die Tür erreicht und stellt sich direkt dem Mann von gestern auf die Füße. Diesmal hat er aber seine Riesenstiefel nicht an – aber egal, Turnschuhe mögen wir ja auch ☺ ! Er nimmt meine Schwester hoch und beschmust sie. Hmm… ich drehe mich um und sehe in die fassungslosen Augen von Luke, der regelrecht schockiert dasitzt und nach Fassung ringt. Schliesslich hat SEIN Mensch gerade seine Schwester auf dem Arm. Nicht, daß auf den „letzten Metern“ noch was schiefgeht und der Mann sich umentscheidet. Luke’s Augen sind weit aufgerissen und er lässt die Ohren hängen. „Hey Bruder – das kriegen wir hin“, denke ich mir. Die Flauschjackenfrau kommt direkt zu mir rüber und nimmt mich hoch. Ich kann mir nicht verkneifen, ihr meine Freude mit einem wilden Schwanzgewedel zu bekunden. Ich hätte selbst nicht gedacht, daß ich in DIESER Geschwindigkeit wedeln kann. Wow – DAS gibt morgen nen Muskelkater…

Als wir den ersten Begrüßungsrausch hinter uns haben, fällt mir auf, daß der Mann meine Schwester wieder behutsam auf den Boden gesetzt hat, sie sich neben Mami gelegt hat und Luke freudestrahlend auf ihn zuläuft. Er kniet sich hin, versteckt – was ich irgendwie Luke gegenüber ein wenig gemein finde – seine Turnschuhe hinter sich und nimmt den kleinen Burschen hoch. Luke ist selig, er schleckt dem Mann völlig außer sich das Gesicht, beisst ihm ins Ohr, knabbert am Kinn, beisst in sein Uhrenarmband und wedelt so schnell, daß ich fast schon Angst habe, daß sein kleines Schwänchen einfach abfällt.

Es scheint, daß wir unsere neue Familie, UNSER Herrchen und UNSER Frauchen gefunden haben. Wäre DAS schön – wir vier haben uns gestern schon auf Anhieb verstanden.

Nachdem Luke und ich wieder abgesetzt wurden, regeln der Mann und Großherrchen noch ein paar Dinge und die Frau und Großfrauchen tauschen letzte wichtige Informationen zum Essen, zu Leckerlis und sonstigen Sachen aus. Plötzlich merke ich, daß Großfrauchen irgendwie immer nervöser wird und immer trauriger wirkt. Sie… sie wird doch nicht… nein… auweh – Großfrauchen fängt an zu weinen… mir wird auch gleich ganz schwer ums Herz – sowas kann ich gar nicht sehen. Würde am liebsten fiepen…

Die Frau nimmt mich auf den Arm, der Mann nimmt Luke und wir verabschieden uns.

Von Mami und von unseren beiden Schwestern. Von Großherrchen, vom heulenden Großfrauchen. Von unserem Napf, den Spielsachen (ob wir wohl gleich neue bekommen werden ???), unserer Pipiterrasse und der Kuscheldecke. Von unserer ersten Wohnung, dem ersten Zuhause unseres Lebens.

Und es geht hinaus an die frische Luft, auf die Straße. Hinaus in ein neues Leben, mit einem neuen Herrchen und einem neuen Frauchen. Zusammen mit meinem Bruder. Alles wird gut. Wir freuen uns.

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